Vorraum

Gegenüber dem Eingang des Gedenkmuseums ist die Empfangstafel von Liszt zu sehen, welche

ursprünglich an der Tür seiner Wohnung hing. Darauf ist auf Ungarisch und Deutsch zu lesen, wann Liszt Gäste empfangen hat.

Joseph Kriehubers Lithografien zeigen den jungen Virtuosen, das Medallion von Ernst Reischel den weimarer

Dirigenten, das Ölgemälde von Eliza Nemes den alternden Künstler-Lehrer zur Fertigstellung der Alten
Musikakademie (1879) und die

Im Vorraum ist die Kasse des Museums zu finden, wo die Interresierten ausser Museumsausgaben auch Liszt-Noten, Bücher und Tonaufnahmen kaufen können. Über diese hinaus verkaufen wir auch die Produkte von „Magyar Rapszódia” (Schokolade, Kaffee, usw.)Lithografie von Rippl Rónai, welche in Anlehnung an das Gemälde von Mihály Munkácsy entstand, den bereits kränklichen, seine letzte Zeit lebenden Meister.

 

Esszimmer

In diesem Zimmer – nachdem keine Beschreibung davon existiert und es auch nicht gelungen ist die originalen Möbel zu finden – zeigen wir temporäre, unterschiedliche Austellungen. Die Vielfalt des Materials des Gedenkmuseums ermöglicht die Vitrinen der ändernden Ausstellung unseren Besuchern von Zeit zu Zeit von Liszt und seinen Kreisen handelnden, unterschiedlichen Bildern, Dokumenten, Handschriften, Plaketten und sonstigen Elementen eingerichtet zu zeigen. Zu unseren thematischen Ausstellungen leihen uns oft auch andere Sammlungen ergänzende Materialien.

Das hier zu sehende Klavier wurde von der Firma Chickering in Boston hergestellt. Das bedeutendste Patent von Jonas Chickering (1798-1853) war der Gussrahmen (1840-43), was seinen Instrumenten eine größere Stabilität und einen reicheren Klang verlieh. Die amerikanische Firma hat nach auch dem Tode des Gründers hat die Firma zahlreiche Erfolge erreicht. Sein langes Konzertflügel mit der Opuszahl 30.540, mit englischer Mechanik hat auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1867 die Goldmedaille gewonnen und seinen Hersteller, Charles Francis Chickering hat III. Napoleon mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Das preisgekrönte, 7 1/3-oktavige, geradsatige, zweipedalige, auch äusserlich recht dekorative Instrument hat Chickering selbst an Weihnachten 1867 zu Liszt nach Rom gebracht. Das Geschenk wurde von den Römern sehr bewundert, jedoch hatte es mangels eines ständingen Wohnsitzes in Rom Liszt Umstände gemacht das 254 cm lange, 147 cm breite Instrument zu platzieren. Im Jahre 1872 schickte er es in die Kurie seines ungarischen Freundes Baron Antal Augusz nach Szekszárd liefern lassen, wo er zuvor selbst mehrmals zu Gast war. Das 1867-er Chickering-Klavier kam erst nach dem Tode Liszts im April 1887 an die Musikakademie: Die Witwe des Barons hat es (zusammen mit dem bei Ihr aufbewahrten Glasklavier) in Liszts budapester Instrumentennachlass aufnehmen lassen.

 

Arbeits- und Schlafzimmer

Anhand des in einer der 1886-er Ausgabe der Zeitschrift Magyar Szalon erschienenen Bildes und anderweitigen Beschreibungen war es möglich sein sogenanntes Schlaf-Arbeitszimmer ziemlich getreu zu rekonstruieren. Offensichtlich hat sich Liszt hierhin zurückgezogen wenn er Ruhe brauchte und hier hat er die Werke seiner letzten Jahre komponiert.

Ludwig Bösendorfer (1835-1919) war Liszts persönlicher Freund und ein ganz besonderes Zeugnis ist hiervon im budapester Nachlass: Ein aus Walnussholz gemachter, zweitüriger Schreibtisch mit drei Schubladen, in dem an Stelle der mittleren Schublade ein kleines Tasteninstrument mit einer ausziehbaren, dreioktavigen Klaviatur ist. Für den Komponier-Schreibtisch, diesen „fabelhaften Kunstgegenstand, welches mein Schreib-, Schlaf- und Esszimmer schmückt. … auf welches bald der für mich so liebe Name L. Bösendorfer graviert gelassen wird.” hat sich Liszt in seinem Brief vom 30. Januar 1877 bedankt. Das kleine Instrument, in dem Miniatur-Hämmerchen, welche sogar mit Dämpfer versehen sind, fixierte Metallplättchen anschlagen ist in Wirklichkeit eher ein Kuriosum. Es ist höchstens dazu gut den einen oder anderen Akkord, Fingersatz, Lauf beim Komponieren auszuprobieren. Dessen leiser Ton hat Ferenc Erkel kaum gestört, der als Direktor der Musikakademie einige Jahre lang über dem Schlaf- und Arbeitszimmer gewohnt hat. Bösendorfers Geschenk ist ein Unicum, wozu Vergleichliches uns nicht bekannt ist.

Das kleine Tischchen ist ähnlich, wie der, der einst hier stand, mit der Kopie von Liszts linken Hand von Alajos Strobl. Das auf dem Tisch ausgestellte Programm ist das Programm des Konzertes von Liszt in Paris am 23. März 1886 im Palast von Mihály Munkácsy mit der Grafik, welche Liszt darstellt.

Die Draperie hinter dem Bett stammt aus dem Liszt-Nachlass, obwohl hier ein anderes, von der Herzogin Carolyne gestickter Teppich hing. Ihre Arbeit war auch das Bettuch, aber über deren Schicksal haben wir keine Daten. Das Gemälde über dem Bett, welches Cosima von Bülow, die Tochter von Liszt darstellt, ist von Alajos Györgyi - Giergl. Die Umstände der Entstehung sind unbekannt. Der Betschemel wurde für die Wohnung in der Radialstraße angefertigt und von Sándor Fellner entworfen. Das Cruzifix ist womöglich ein Geschenk der Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein. Auf dem Betschemel ist Liszts Gotteslob und Rosenkranz zu sehen. Der zweitürige Glasschrank stand ebenfalls in der Wohnung in der Radialstraße und darin befindet sich Liszts budapester Bibliothek, welche er der Musikakademie vermacht hat. In dem anderen Schrank ist ein Teil seiner Notensammlung zu sehen. In den Büchern und Noten – zu denen auch ein detaillierter Katalog erschienen ist – sind zahlreiche Einträge von Liszt mit wertvollen Informationen und der Nachlass-Stempel zu finden.

Ebenfalls ein Kuriosum, wenn es auch nicht das einzige Exemplar ist, ist sein Glasklavier. Der Hersteller, Georges Bachmann, der in Tours und Angers gewirkt hat, hat seine im Jahre 1865 vorgestellte, in der Geschichte der Instrumente nicht ohne Vorgeschichte, vieroktavige (cl-c5), mit Klaviermechanik und anstelle von Saiten, mit Glassplatten vesehene Erfindung Piano-Harmonica genannt. Das Baujahr von Liszts fabriknummerlosem Exemplar ist uns nicht bekannt und auch das nicht, wann es in sein Besitz übergegangen ist. Jedenfalls war es im Jahre 1872 unter der Aufsicht von Bösendorfer und Liszt hat so bestimmt, dass dieses von ihm "joujou d'harmonica en verre" genannte kleine Instrument zusammen mit dem 1867-er Chickering-Klavier nach Szekszárd gebracht werden soll, wo es dann neben dem riesigen Instrument so wirkt, wie der kleine Hund im Löwenkäfig. Zur Verbindung haben vielleicht die Noten zu "Fête des Nymphes" die Idee gegeben, welche vom Autor, Bachmann für Liszt signiert hat und welches ein für Piano-Harmonica und Klavier geschriebenes Duettino beinhaltet! Das Instrument ist im Jahre 1987 in den Besizt der Musikakademie übergegangen. Über dem Glasklavier hängen an der Wand Portraits von Liszts Verwandschaft.

 

Salon

In einem der Ecken des Salons stand eine Miniatur-Bronzestatue Beethovens, welche Liszt vom wiener Beethoven-Comité geschenkt wurde. An den Wänden hingen wertvolle Bilder, unter ihnen zwei Zeichnungen von Doré, welche als Illustration zu Liszts Dante-Symphonie und seiner Klavierlegende mit dem Titel ”Heiliger Franziskus von Paula auf den Wellen schreitend”.

Das andere im Salon zu findende Chickering-Klavier wurde bereits geradewegs für Liszt, der Opusnummer (50.080) nach zum Jahreswechsel 1879/80 angefertigt. Auf dem Tastendeckel steht schmuckvoll geschrieben: "Chickering & Sons / à F. Liszt." Sein Tonumfang und seine Mechanik ist genauso, wie bei dem früheren Klavier, aber das Instrument ist noch größer (260 cm lang, 150 cm breit), kreuzsaitig und hat drei Pedale, von denen das mittlere ein geteilter Dämpfungsheber zur Vergrößerung der Dynamik der Diskanttöne ist. Sein Kasten aus Palisander wurde dunkel lackiert und die charakteristischen, gebogenen, geschnitzten Beine sind weniger ornamentiert als bei dem zur Ausstellung angefertigten Klavier.

Als Liszt im Herbst 1880 in Italien von der Schenkungsabsicht Chickerings erfahren hat, schrieb er ihm, dass er das Klavier an die budapester Musikakademie schicken soll. Hier hat er es dann im zu seiner Wohnung benachbarten Konzertsaal aufstellen lassen und hat sowohl selbst, als auch seine Studenten oft auf dem besonders belastbaren Instrument gespielt, dessen Klang auch heute noch mit dem der modernen Konzertklaviere wetteifert.

Nach dem Tode von Liszt wurden die beiden Chickering-Klaviere womöglich regelmäßig an der Musikakademie benutzt und 1927/28 vom Hersteller für eine längere Konzerttour ausgeliehen. Letztens dienten sie nur representativen und musealen Zwecken.

Der Notenhalter wurde 1858 aus Silber gemacht, mit einem Liszt-Relief in der Mitte, oben Büsten von Beethoven, Schubert und Weber. Die in den Sockel geritzten Namen verewigen die Schenker, hauptsächlich aus Liszts wiener und budapester Umgebung.

Seine musikakademischen Stunden hielt Liszt meistens in seinem eigenen Salon, wo – zeitgenössischen Beschreibungen nach – immer ein oder zwei Bösendorfer-Klaviere standen. Dasjenige von ihnen, mit der Nummer 7561., dessen Baujahr nicht genau ermittelt werden konnte (um 1873?) ist in Liszts Nachlass verblieben. Das Besondere an dem siebenoktavigen (AAA-a4), geradsaitigen, zweipedaligen, kurzen Klavier ist, dass seinem Resonanzkasten unter den Saiten Einträge in ungarischer und deutscher Sprache zu lesen sind: János Nepomuk Dunkl Musikalienhändler, Henrik Gobbi Lehrer der Musikakademie und Chmel Gustav bezeugen, dass Liszt dieses Instrument in seiner Wohnung in Pest von 1880 bis zu seinem 1886 eingetroffenen Tode benutzt hat. Die Stimmung des mit Mahagoni bedeckten, polierten, mit schwarzen Teilen verzierten Instrumentes ist um einen ganzen Ton tiefer als im Original, also klingt das auf dem Bösendorfer-Klavier aufgenommene Stück auf der die Instrumente des Museums vorstellenden CD um eine große Sekund tiefer.

In seinem budapester Nachlass ist auch das große Pianino-Harmonium verblieben, welches er im Januar 1877 von der bostoner Firma Mason & Hamlin als Geschenk bekommen hat. Das "Style 496, No. 90243" gekennzeichnete Instrument mit Saugsystem, 5 Oktaven (CC-c3) wurde im Jahre 1876 ausgesprochen für Liszt hergestellt, jedoch wurde dieser Typ auch in Serie hergestellt und dafür mit dem Namen "Liszt Cabinet Organ" und der Bekanntgabe der gefälligen Meinungsäußerung Liszts Werbung gemacht. Seine 15 Registerknöpfe und Kniepedale (Kontrolle der Dynamik) bieten Möglichkeiten zu recht vielseitigen Klängen. Das Instrument hat die Musikakademie geerbt, ist aber 1973 in den Besizt des Ungarischen Nationalmuseums übergegangen und wird als ständige Leihgabe im Franz Liszt Gedenkmuseum gezeigt.

In dem zitierten Brief hat Liszt auch über ein weiteres besonderes Instrument bestimmt: das Erard'sche Pianino-Harmonium. Dieses Instrument hat er in seine budapester Wohnung liefern lassen und hat sich davon während seiner Umzüge nicht getrennt. Das zweimanualige kombinierte Instrument - seiner Aufschrift nach - "piano-orgue" - in Wirklichkeitein zusammengebautes Harmonium und Pianino. Die Herstellungsnummer des Pianinoteils (37537-44236.8740 D. N.) lässt darauf schließen, dass es 1866 entstanden ist. Der vordere, das Harmonium bergende Teil mit Blassytem, 5 Oktaven, (C-c4) ist schmaler, niedriger und ist das Werk des namhaftesten Harmoniumherstellers von Paris, Jacob Alexandre und Söhne. Das den Pianinoteil beinhaltende Resonanzkasten ist breiter und höher und hat einen Gusseisenrahmen, sieben Oktaven (AAA-a4), eine Dämpfung und ein Pianino una corda - Pedal (welche zwischen den Blasepedalen des Harmoniums zu finden sind). Diesen Teil des Instrumentes hat die Firma Erard hergestellt, welche bereits bei seiner Ankunft in Paris dem damals noch im Kindesalter befindlichen Liszt, Ende 1823 unter die Arme gegriffen hat und mit welcher die vorteilhafte Beziehung bis zum Lebensende des Künstlers aufrecht blieb.

Die daneben stehende Vitrine beinhaltet die Erinnerungen der künstlerischen Laufbahn Liszts. Hier ist unter anderem die Urkunde zur Ernennung zum Ehrenbürger von Ödenburg und ein silberner Dirigierstab zu sehen, welche im Jahre 1846 Liszt von der Stadt geschenkt wurde.

Auf dem unteren Regal können die Gegenstände betrachtet werden, welche mit Liszts Reisen zu tun haben: Reisetasche, Lampe, Schreibutensilien, Schreibtischchen, stummes Klavier, usw.

Konzertsaal

Aus dem Salon – wie auch zu Liszts Zeiten – führt eine Tür in den Konzertsaal. Nachdem der Salon nicht mehr auch als Künstlerzimmer dienen kann, wurde die Bühne in das andere Ende des Raumes gebracht, wo ein eigenes Künstlerzimmer angeschlossen ist. Die in dem Raum befindliche Orgel konnte leider nicht zurückgestellt werden, stattdessen ziert die allegorische Zeichnung von Sándor Liezen-Mayer, Liszts Zeitgenossen den Hintergrund des Podiums. Von den Einrichtungsgegenständen sind nur die Sessel entlang der Wand original. Die weiteren Möbel wurden von Gábor Mezey entworfen. Die zeitgenössische Stimmung verbreitenden, riesigen Decken- und Wandleuchter sind das Werk von Imre Tatár.

 

In dem Kontersaal neben der Liszt-Wohnung erklingt heute wieder oft die Musik, den neben den Unterrichtsstunden der Musikakademie, Nachwuchskonzerten, Konzerten externer Institute veranstaltet das Museum selbst regelmäßige Matineekonzerte jeden Samstag um elf Uhr für die Besucher. Bei besonderen Anlässen erwachen auch die Instrumente zum Leben, deren Tasten einst Liszts Hand berührt hat.