Bildende Kunst im Leben von Liszt
2014.05.20-2015.05.13

Franz Liszts Empfindlichkeit bezüglich der visuellen Künste ist derart farbenreich und von mehreren Seiten betrachtbar...

Franz Liszts Empfindlichkeit bezüglich der visuellen Künste ist derart farbenreich und von mehreren Seiten betrachtbar, dass es ein unerschöpfliches Thema zu sein scheint. Wir können jederzeit einen Grund und Möglichkeit finden bekannte Geschichten und Daten neu zu ordnen in der Hoffnung durch die Änderung des Kontextes mehr über die Beziehung Liszts zu den bildenden Künsten zu erfahren. Die neue temporäre Austellung des Liszt Ferenc Gedenkmuseums (Bildende Künstler im Leben von Franz Liszt) nähert sich von der Seite der künstlerischen und kulturhistorischen Zusammenhänge und zeigt Liszts Geschmack und den Hintergrund seiner Kompositionen, welche seine Beziehung zu den bildenden Künsten anhand seiner Bildbeschreibungen, Ausstellungserlebnissen reflektieren.

Die Ausstellung ist im mittelren Zimmer des Museums (erster Stock, Liszts Esszimmer) und im Austellungsbereich im Erdgeschoss zu sehen. Der im ersten Stock zu sehene Teil kann auf zwei größere Einheiten teilen, bei denen die eine den Titel „Liszt in Italien”, die zweite „Liszt hier zu Hause” tragen könnte. Zu den italienischen Reisen von Liszt in Zeitschriften publizierten, Werkbeschreibungen reichhaltig enthaltenden Artikel, seine Reisebriefe und das Tagebuch von Marie d'Agoult dienten als Quelle, welche in erster Linie von Werken aus der Renaissance berichten. In Italienschaffende, zeitgenössische Künstler (Ingres, Steinle, Overbeck, Cornelius) spielten eine genauso wichtige Rolle in Liszts Leben. Im a.deren Teil des Ausstellungsraumes können die Werke solcher ungarischer Künstler betrachtet werden, die mit Liszt in Kontakt kamen: Miklós Barabás, Mihály Munkácsy, Alajos Strobl und Mihály Zichy. An den Wänden hängen aus den Sammlungen des Museums der Schönen Künste und der Nationalgalerie stammende Bilder, wie zum Beispiel das Ölgemälde von János Temple welches den eben die Liszt - Statue musternden Alajos Strobl darstellt, jeweils ein Landschaftsbild von Salvator Rosa, Mihály Munkácsy und in den Vitrinen können Grafiken, Briefe, Autografen und gedruckte Noten, aus Liszts Nachlass stammende Bücher betrachtet werden.

Im Erdgeschoss wird voneinigen wichtigen Werken von Eugène Delacroix, Ary Scheffer, Moritz von Schwind, Wilhelm von Kaulbach, Bonaventura Genelli und Wazilij Wereschtschagin gesprochen, über einige versteckte Liszt-Darstellungen und über einen der spannendsten (unverwirklichten) “multimedialen” Pläne, welche er zur Aufführung der Dante - Symphonie bestimmt hätte. Die Ausstellung zeigt neben den Inspirationsquellen bildungskünstlerisch inspirierter Kompositionen auch solche Zusammenhänge, welche - eben weil sie keine musikhistorische Bezüge haben - in der Periferie bleiben, in der Liszt - Forschung weniger bekannt sind (zum Beispiel: die Begegnungen von Liszt und Alajos Strobl an der Alten Musikakademie, die Tatsache, dass sowohl Liszt, als auch Mihály Zichy und Mihály Munkácsy an der pariser Weltausstellung im Jahre 1878 teilgenommen hat, Ähnlichkeiten zwischen der Denkweise von Liszt und Delacroix).

Wir haben auch die Beziehung der Künstler untereinander erforscht, und nicht nur ihre Kooperation mit dem Komponisten selbst. So konnte zum Beispiel Kaulbachs Wirkung auf Mihály Zichy, Bonaventura Genellis Karikatur von Kaulbach, Alajos Strobls versteckte Portaitdarstellungen auf dem St. Stefans - Fries, oder die Kulissen zur Eröffnung der neuen Kunsthalle gemacht wurden in den Vordergrund geraten.

Wir haben Fotos in digitaler Kopie von Mátyás Strobl, dem Enkel von Alajos Strobl, welche als echte Seltenheit gelten, von der Bibliothek der Bildenden Künste Fotoreproduktionen von zeitgenössischen Werken von Wereschtschagin, vom Ungarischen Nationalmuseum Bilder zu Miklós Barabás und Mihály Munkácsy, vom Petőfi Literaturmuseum und dem Museum für Kunstgewerbe einige Kleinplastiken bekommen.

An der mittleren Wand des Ausstellungsraumes im Erdgeschoss sind Arbeiten junger, zeitgenössischer Künstler zu sehen, welche sie direkt für die temporäre Ausstellung, beziehungsweise auf Liszt reagierend geschaffen haben. Sie haben detailliertes Informationsmaterial über die Geschichten bekommen, welche Liszt Beziehung zur bildenden Kunst vorstellt, haben dann die Aufgabe bekommen über diese, Liszt und die Zusammenhänge zwischen Musik und bildende Kunst im Allgemeinen nachzudenken. Es sind frische, empfindliche und humorvolle Arbeiten entstanden. Die Aussteller sind: antalaci, János Brückner, Mátyás Falvai, Áron Lakatos, Boróka Piros, Adél Hanna Tillmann, Eszter Vatga-Nádas.

Tablets können an der Kasse ausgeliehen werden, auf denen ergänzendes Infomaterial, Bilder, Musik und Texte zu finden sind und auf dem Computer mit Tastbildschirm können mit dem Thema zusammenhängenden Studien gelesen und eine virtuelle Simulation zu Liszts audiovisuellen Erlebnissen bezüglich der Sixtinischen Kapelle betrachtet werden.