”Bitte, schicken Sie mir keine Noten mehr!” - Auswahl aus den schönsten Noten des Liszt-Nachlasses
2018.05.11-2019.05.04

Ein wichtiger Teil der Sammlung des Franz Liszt Gedenkmuseums ist die Budapester Buch- und Notensammlung von Franz Liszt, die der Meister der Musikakademie vererbt hat. In der Sammlung gibt es ungefähr 2500 Noten, aber die Besucher konnten bisher nur mit einem Fragment des Noten-Nachlasses im Museum treffen...

 

Ein wichtiger Teil der Sammlung des Franz Liszt Gedenkmuseums ist die Budapester Buch- und Notensammlung von Franz Liszt, die der Meister der Musikakademie vererbt hat. In der Sammlung gibt es ungefähr 2500 Noten, aber die Besucher konnten bisher nur mit einem Fragment des Noten-Nachlasses im Museum treffen.

Viele Stücke und Noten von solchen Komponisten, die nicht direkt oder nur wenig mit Liszt im Kontakt waren, erzählen auch über Liszt und seiner Zeit, über die Welt und aktuelle Mode des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig sind diese Kompositionen die Zeugen von einer jungen, aufstrebenden Generation die  Liszt als Mentor gesehen haben.

Diese Sonderausstellung zeigt eine Auswahl aus den wunderbaren, illustrierten Titelblättern des Noten-Nachlasses. Obwohl die Titelblätter sehr schön sind,  ist es sicher, dass der Meister nicht von allen diesen Kompositionen eine gute Meinung hatte. Ein großer Teil des Nachlasses hat Liszt von seinen Verehrern bekommen, die als Gegenleistung ein Paar würdigende Sätze von dem Meister gehofft haben. Obwohl der Meister mehrmals in Artikeln und in öffentlichen Briefen in verschiedenen Zeitungen die Verehrer gebeten hatte, ihm keine weitere Noten zu schicken, weil es ihn in seiner Arbeit störte, haben die Verehrer diese Noten trotzdem geschickt.

Die Ausstellung zeigt auch Noten von solchen Komponisten, die mit dem Meister im persönlichen, oder Briefkontakt waren, oder ein Schüler, Verleger oder ein Freund des Meisters gewesen sind. Einige Beispiele aus den Komponisten, die für Liszt wichtig waren und deren Kompositionen in der Ausstellung zu sehen sind: Bedřich Smetana, William Mason, César Cui, Robert Franz, Antal Siposs, Kornél Ábrányi, Mihály Mosonyi, Joseph d’Ortigue, Camille Saint-Saëns, Felix Draeseke.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Titelblätter nur mit wenigen Ornamenten angefertigt, aber mit der Entwicklung der  grafischen Techniken, wurden die Titelblätter immer prächtiger illustriert. Seit den 1860-er Jahren wurden die Titelblätter – am meisten von der Salon- und Tanz-Musik oder in Ungarn von den Lieder- und Csárdás-Noten – mit schönen Bildern und Grafiken illustriert. In dieser Zeit war es eine gute Geschäftsidee, eine verlägerische Praktik, um die Kompositionen besser zu verkaufen. Besonders in solchen Fällen, wenn der Komponist nicht so berühmt war.

Die Verleger brauchten bei den Liszt-Werken keine solchen Praktiken. Liszt forderte illustrierten Titelblatt nur dann an, wenn die Zeichnung einen direkten Bezug zu der Komposition hatte . Zum Beispiel bei dem Stück Von der Krippe bis dem Grabe, bei dem   die Zeichnung von Munkácsy die Komposition inspirierte, oder bei der Sposalizio (Stück nach der Malerei von Raffaello), oder bei Il penseroso (nach der Statue von Michelangelo).

Kuratorinnen: Anna Peternák, Júlia Fedoszov, Lilla Bokor

Installation: Tímea Bősze

Leihenden Institutionen:

Bélyegmúzeum

Budapesti Történeti Múzeum – Kiscelli Múzeum

Deutsche Nationalbibliothek

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