Das Franz Liszt Gedenkmuseum und Forschungszentrum fungiert als ein Teil der Franz Liszt Musikakademie. Das Museum wurde im September des Jahres 1986 im Gebäude der alten Musikakademie (1064 Budapest, Vörösmarty utca 35.) eröffnet. Dieses Gebäude diente von Herbst 1879 bis Mitte 1907 als Ort des musikakademischen Unterrichts, war also der zweite Sitz der im Jahre 1875 gegründeten Institution (der erste Sitz, der am Fischplatz stand wurde bereits abgerissen und nur zeitgenössische Bilder tragen dessen Erinnerung). Nach der Eröffnung des Palastes der Musikakademie am Franz Liszt Platz wurde das Gebäude in der Vörösmarty Straße von diversen anderen Instututionen genutzt (u.a. Musikschule, Kaffehaus, politische und gesellschaftliche Vereine, Aussenhandelsunternehmen), bis dann im Jahre 1980 das Bildungsministerium es gekauft und der Musikakademie (damals Franz Liszt Hochschule für Musik) zur Verfügung gestellt hat.

Liszt, als der gründende Präsident und Professor, der für seine Arbeit keine Bezahlung angenommen hat, verfügte über eine Dienstwohnung in der Vörösmarty Straße dessen Hauptfassade auf den Andrássy Weg, der damaligen Radialstraße geht. Diese Wohnung im ersten Stock, in der Liszt ab Januar bis zu seinem Tode während seiner budapester Aufenthalte wohnte erwartet nun die Besucher mit Liszts damaligen Instrumenten, Möbeln, Bücher- und Notensammlung, sowie Gedenkgegenständen ausgestattet. Das Vorzimmer der Wohnung, Liszts Schlaf- und Arbeitszimmer und Salon erwartet die Besucher mit einer ständigen Austellung, jedoch das damalige Esszimmer und der Vorraum im Erdgeschoss mit temporären, thematischen Austellungen und im Konzersaal neben der Wohnung veranstaltet das Museum für die Besucher jeden Samstag Matinee-Konzerte.

Die Grundlage der Sammlung des Franz Liszt Gedenkmuseums bilden zwei Chickering-Klaviere und ein Bösendorfer, der Komponiertisch, ein Mason & Hamlin – Konzertharmonium, ein Erard–Alexandre–Pianino–Harmonium, ein Bachmann-Glasklavier (Piano-Harmonica), sowie die Bücher- und Notensammlung des Komponisten, die mit dem Liszt-Nachlass-Stempel versehen sind, einige seiner Möbelstücke, Bilder, Statuen und Gebrauchsgegenstände.

Nach der Eröffnung des ersten Liszt-Gedenkzimmers (1925, Gebäude am Franz Liszt Platz) wurde durch den Verwandten- Schüler- und Freundeskreis (Eduard Liszt, Jenő Hubay, István Thomán, Árpád Szendy, Henrik Gobbi, Vilma Varga, usw.) stammende, authentische Gedenkgegenstände und Handschriften schrittweise ergänzt. Die Musikakademie hat sich immer auch um den Kauf von Liszt-Handschriften und Reliquien bemüht. In den unter der Aufsicht der Bibliothek funktionierenden Liszt-Gedenkzimmern, dann in den durch bedeutende Erweiterung im Jahre 1986 eröffneten, selbständigen Franz Liszt Gedenkmuseum wurde auch ein Teil der wertvollen Gedenkgegenstände gezeigt, welche noch der Komponist selbst dem Ungarischen Nationalmuseum geschenkt hat.